Ein bewaffnetes Volk ist ein sicheres Volk

March 23rd, 2009

Die Massaker von Mumbai waren die wahrscheinlich schlimmsten Terror-Anschläge islamischer Terroristen seit den Anschlägen vom 11.September 2001.

Eine kleine Handvoll mittelmaessig ausgebildeter und ausgerüsteter, aber bis zum letzten Atemzug motivierter Täter, die mit nicht mehr als AK47-Sturmgewehren und ein paar Handgranaten bewaffnet waren, haben es geschafft, über 500 Menschen zu töten und zu verletzen. Es war eine grausame Tat, die uns einmal mehr gezeigt hat, wie verwundbar unsere Städte gegenüber motivierten und organisierten Gewalttätern und Terroristen sind.

Bei genauerer Betrachtung drängen sich einige Beobachtungen auf:

Erstens: Die Polizei in Mumbai war nicht in der Lage, die Massaker zu verhindern. Sie war weder entsprechend organisiert, noch war sie rechtzeitig zur Stelle, um der Lage früh genug Herr zu werden. Trotz des heroischen Einsatzes (den viele Beamte mit dem Leben bezahlten), konnte insgesamt nicht früh genug reagiert werden, um die feigen Mörder zu stoppen. Dies ist eine interessante Parallele zu allen bekannten Vorfällen, wo wenige oder einzelne Täter eine größere Menge Menschen umgebracht haben. Es sei an dieser Stelle nur erinnert an das Schulmassaker von Erfurt (23 Opfer), das Schulmassaker an der Columbine High School (37 Opfer), das Massaker von Dunblane (32 Opfer) und das Westroad Mall Massaker (12 Opfer). Alle diese Beispiele haben eins gemeinsam: Die Polizei und andere Sicherheitskräfte waren nicht rechtzeitig zur Stelle, um die Gräueltaten zu verhindern.

Zweitens: Den Opfern war es nicht möglich, legal Schusswaffe zu ihrer Verteidigung zu tragen. Indien hat eine der striktesten Waffengesetzgebungen der Welt. Sie geht zurück auf das Indische Waffengesetz von 1878, mit dem England die damalige Kolonie Indien in Schach halten wollte. In Deutschland ist es keinem Normal-Bürger erlaubt, in der Öffentlichkeit Schusswaffen zu tragen. Auch unsere Waffengesetzgebung geht auf eine totalitäre Zeit zurück, nämlich die Waffengesetze Nazi-Deutschlands von 1933 und 1938, die die Entwaffnung der Bevölkerung zum Ziel hatten. Auch die Attentate und Massaker in den Vereinigten Staaten (Columbine High School, Westroad Mall, Virginia Tech) sind nicht an Orten verübt worden, wo das liberale US-amerikanische Waffentragerecht es den Bürgern erlaubt hätte, sich zu verteidigen. Sie wurden in in so genannten „gun free zones“ verübt, also Zonen, in denen der Inhaber des Hausrechts es allen Besuchern verbieten kann, Schusswaffen zu tragen, auch wenn diese im Besitz einer Lizenz sind.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Verrückte und Terroristen lieber einen Massenmord im Schießbuden-Stil haben, als Opfer, die zurückschiessen können. Wer wird schon gern bei der Arbeit unterbrochen ?

Betrachtet man diese Punkte genauer, fällt insbesondere auf, wie auswechselbar die Tatorte sind. Es gibt keinen besonderen Grund, warum Anschläge wie in Mumbai nicht auch in Berlin, London oder Paris in ähnlicher Weise ablaufen könnten. Alle Umstände, die Mumbai ermöglicht haben, existieren so oder ähnlich in fast allen westlichen Ländern:

  • Die Polizei kann nicht früh genug reagieren, um die Gewalttaten zu verhindern. Wir können nicht jedem Bürger einen Polizisten an die Seite stellen, das ist schlicht zu teuer. Zusätzlich zu den immensen Kosten käme noch der Verlust an bürgerlichen Freiheiten, die mit einer massiven Ausdehnung der Polizei-Arbeit fast unweigerlich einher gehen würden. Außerdem würden viele Bürger die Atmosphäre in einer derart geschützten Stadt sicherlich bedrückend finden, täglich Hunderte Polizisten zu sehen, schwer bewaffnet, eventuell noch mit gepanzerten Fahrzeugen in den Straßen und Scharfschützen auf den Dächern.
  • Wir haben keine bessere juristische Abschreckung vor verrückten Massenmördern oder islamischen Terroristen als Indien. Schon per Definition stören sich weder Verrückte noch Jihadisten an unseren Gesetze, sonst würden sie gar nicht erst versuchen, Menschen zu ermorden. Außerdem steht der Plan zum Selbstmord nach vollbrachtem Massenmord sicherlich in vielen Fällen von Vornherein fest, zumindest bei Jihadisten. Dass hier eine lebenslange Gefängnis-Strafe keine Abschreckung ist, liegt auf der Hand.
  • Alle oder zumindest die überwältigende Mehrzahl der normalen Bürger sind auch bei uns unbewaffnet. In den westlichen Ländern ist dies keine private Entscheidung der einzelnen Bürger, sondern staatlicher Zwang. In Deutschland ist es beispielsweise nur Angehörigen von Behörden (Bundeswehr, Polizei, Zoll etc.) und einigen wenigen Privatpersonen (Mitarbeiter von bestimmten Sicherheitsfirmen) erlaubt, in der Öffentlichkeit Schusswaffen zu führen. Zwar ist es unter bestimmten Umständen für Sportschuetzen, Jäger und Sammler möglich, Schusswaffen zu erwerben und (stark eingeschränkt) auch zu transportieren, das Führen in der Öffentlichkeit ist allerdings durchweg für Privatpersonen verboten.

Es würde einer kleinen Gruppe von Terroristen wahrscheinlich nicht schwieriger fallen, 100 Menschen im Forum-Hotel am Berliner Alexanderplatz zu ermorden, als es der Gruppe im Mumbaier Taj Mahal Palace Hotel gefallen ist.

Vielen Bundesbürgern würde die Vorstellung einer bewaffneten Gesellschaft sicherlich Angst machen. Zumindest teilweise kommt unsere Angst sicherlich von einem Blick in die USA. Oder ist das nicht eher der Blick in den Fernseher und auf unsere allgemeine Vorstellung von den USA ?

Es ist eine Tatsache, dass es US-Bürgern erst seit etwa einer Generation erlaubt es, ist der Öffentlichkeit (verdeckt) Waffen zu führen. Vor den ‘right to carry’ Reformen in den meisten Bundesstaaten durften US-Bürger zwar Waffen besitzen, außerhalb ihres eigenen Grund und Bodens führen durften sie diese aber nicht.

Gegner dieser Reformen haben regelrechte Schreckens-Szenarien vorhergesagt, von Wild-West-Zuständen gesprochen, von Kneipen-Streitigkeiten, die mit Schusswaffen statt mit Fäusten ausgetragen würden und von Blutbächen in den Straßen. Nichts von all dem ist eingetreten. Die Zahl von Gewaltverbrechen sind stark zurück gegangen. Die Staaten mit liberalem Waffenrecht sind sicherer geworden, während mittlerweile die unsichersten Gegenden in den USA die großen Städte sind, die ihren Bürgern noch das Recht, Waffen zu tragen, verweigern. Dazu zählen vor allem New York, Washington D.C. und Chicago.

Wer denkt, etwas Derartiges würde ich Deutschland niemals funktionieren, dürfte falsch liegen. Vor der Zeit der Weimarer Republik gab es in Deutschland keine schweren Einschränkungen, was den Besitz und das Führen von Schusswaffen anging. Während der Zeit des Deutschen Kaiserreichs beispielsweise gab es für Privatpersonen lediglich die Einschränkung, dass Schusswaffen nicht bei ‘Versammlungen und öffentlichen Umzügen’ zu führen seien. Weder sind aus dieser Zeit terroristische Anschläge bekannt, noch waren Schulmassaker damals an der Tagesordnung.

Hätte Indien heutzutage eine derart liberale Gesetzeslage oder zumindest ein ‘right to carry’ nach US-amerikanischem Vorbild, der Verlauf des Massakers von Mumbai hätte sehr anders sein können. Hätte nur ein Dutzend der anwesenden Gäste eine Pistole geführt, hätten diese nicht nur sich selbst und ihre Familien vor den Terroristen schützen können, sondern unter Umständen auch viele andere Gäste.

Das Massaker hätte wahrscheinlich nicht vollständig verhindert werden können, aber die Zahl der Opfer wäre mit Sicherheit sehr viel niedriger gewesen, weil den Attentätern sehr viel früher die Initiative und die Zeit zu Handeln hätte genommen werden können.

Ein Land, in dem geistig und körperlich geeignete, unbescholtene Bürger mit der notwendigen Ausbildung verdeckt Schusswaffen führen können und diese in Notwehr verwenden dürfen, wäre sicherlich sehr viel sicherer vor einem Anschlag nach dem Vorbild von Mumbai.

Ein entwaffnetes Volk ist unfrei und in seinem Schutz von Dritten abhängig. Es ist an der Zeit, dass wir als Bürger für unsere eigene Sicherheit ein Stück weit selbst verantwortlich werden und dafür sorgen, dass Massenmörder und Terroristen es bei uns schwieriger haben als es in Indien der Fall war.

Hinweis: Die Idee und grundlegende Argumentation fuer diesen Artikel stammt nicht von mir, sondern aus einem Artikel von Richard Munday auf TimesOnline: http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/article5299010.ece

German Christmas Market

January 8th, 2008

Ja, es gibt ihn auch hier in London. Den Weihnachtsmarkt. Nicht so schoen wie viele in Deutschland, aber immer noch sehr schoen, um in Festtagsstimmung zu kommen.

Dazu zwei kleine Bilder, die eine Kollegin geschossen hat, leider die einzigen, wo keine Leute erkennbar sind.

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Haftbefehl fuer britischen Anti-Jihadi Blogger ??

January 6th, 2008

Die PC-Polizei ist mit Volldampf unterwegs. Der britische Blogger ‘Lionheart’ (http://lionheartuk.blogspot.com) befindet sich zwar momentan im Ausland, wurde aber von der Polizei seines Heimatbezirks Bedfordshire per Email darueber informiert, dass er bei seiner Rueckkehr in sein Heimatland verhaftet werden wuerde. Der Grund hierfuer seien Verdachtsmomente des Rassenhasses. Soviel berichtet jedenfalls das Blog Gates of Vienna unter Berufung auf den britischen Blogger. Da es scheinbar von Seiten der Polizei noch keinen Kommentar gibt, und ‘Lionheart’ selbst zur Zeit die einzige Quelle fuer die Story ist, bleibt die weitere Entwicklung erstmal abzuwarten.

Ich habe zwar noch nicht allzuviel von seinem Blog gelesen, aber ein Rassist ist er nicht. Jedenfalls nicht in meinem konservativen Sinne. Die Bekloppten der PC-Polizei sehen das sicherlich anders.

Um nicht nur meinem eigenen, sondern auch dem momentanen Gefuehl meiner englischen Bekannten und Kollegen Ausdruck zu verleihen, anbei ein schoenes Lied. Der Text ist nicht allzu schwer zu verstehen, also hingehoert. Er drueckt das englische Gefuehl ueber den Zustand ihrer Nation und ihrer Lebenssituation recht gut aus.

http://www.youtube.com/watch?v=KKoS5X4SMrY

(Morissey-Irish Blood and English Heart)

Wenn ich ueber das Thema Political Correctness, Nanny State, Sozialismus, oder Jihad spreche und dabei auch ueber England gesprochen wird, meinen viele Leute, dass England und die Englaender bereits verloren oder aufgegeben haben. Dass der stolze Loewe nicht mehr existiert.

Solchen Aussagen halte ich immer gerne eines entgegen: Der Englaender als solcher hat sehr viel mehr Geduld als andere Europaeer. Kann sich jemand einen Deutschen, einen Italiaener oder Daenen vorstellen, der im Supermarkt in der Schlange nett und freundlich bleibt, wenn der Kerl vor ihm offensichtlich zu daemlich ist, 3 Pfund 20 Pence abzuzaehlen und die Schlange ewig aufhaelt ? Oder wenn jemand vor ihm auf der Rolltreppe links stehen bleibt und den schnellen Aufstieg blockiert ? Jeder andere Europaeer wuerde ausflippen und dem Deppen zumindest ordentlich die Meinung sagen.

Der Englaender als solcher ist da anders. Geduldig, freundlich, mit dem Willen zur Vergebung. Hier in England gilt das unausgesprochene Gesetz, dass jeder das machen kann und so leben darf, wie er es moechte. Solange er alle anderen das gleiche Recht zubilligt.

Aber keiner hier, wirklich keiner, moechte es erleben, wenn es doch mal jemand schafft, die Englaender zu veraergern. Kein Volk, und das sage ich Euch als Krieger, hat jemals so wuetende Menschenmassen oder so bedingungslose Soldaten hervorgebracht. Ihr muesst nurmal auf ein Fussballspiel hier gehen. Arsenal gegen Manu zum Beispiel. Dann wisst Ihr, wass ich meine. Wenn mir jemand ein Bier ausgibt und drum bittet, dann erzaehle ich mal die Story von einem britischen Fallschirmjaeger und einer Gruppe Hooligans. Sehr interessant… und lehrreich.
Was ich damit sagen will, ist: Schreibt die Englaender nicht ab. Die sind manchmal komisch und brauchen ganz schoen lange, um wuetend zu werden, wenn man sie aergert. Aber wenn es ihnen reicht, dann kracht es richtig. Das hat Deutschland zweimal in seiner juengeren Geschichte erlebt.

Diese Lehre sollten sich die PC-Polizei sowie Sozialisten und Jihadis gut merken. Die britische Wut koennte in der naechsten Zeit auf sie zukommen. Vielleicht…. Grund genug gaebe es ja.

Stiiihhhiiilllleeee Naaaacht !!!

January 24th, 2007

Es hat heute geschneit. Verspaetet, koennte man meinen, da Weihnachten ja nun schon lange vorbei ist. Aber verspaetet sind die Zuege und das Essen hier auch, von daher ist das kein Problem.

Ich haette ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich sowas in London erleben wuerde in den paar Jahren, die ich plane, hier zu sein. Es ist hier zwar nass und windig, aber meist eine ganze Ecke waermer als auf dem kontinentalen Festland. Daher ist Schnee hier was besonderes.

Das beste an der Sache ist, dass sich jetzt keiner mehr ueber meine Winterreifen und meinen “German tick”, 2 Mal im Jahr meine Reifen zu wechseln, lustig machen kann. Ich konnte ganz wunderbar fahren heute morgen. Heizung an, Radio an und los gings. Lustig wars…

Ich muss jetzt erstmal an die Arbeit, der Rest der Kollegen kommt wohl spaeter, der Schnee ist einfach eine sehr verlockende Ausrede, zu spaet zu kommen. It’s a snow chaos. Das sagen sie alle. Auch im Radio… Naja, ueberall sonst auf der Welt nennt man sowas Winter, aber was solls.

Fuer die geneigten Leserinnen und Leser meines familienfreundlichen Blogs anbei ein paar Fotos von heute morgen…

Stille Nacht…

December 13th, 2006

So oder ähnlich wird das der ein oder andere von Euch hier empfunden haben in den letzten Tagen und Wochen. Ich habe eine ganze Weile nichts mehr gepostet.

Das lag hauptsächlich daran, dass ich auf Arbeit noch ein wenig stärker als sonst eingespannt war, als noch zum Antritt meiner Stelle hier. Wen es interessiert, dem kann ich das persönlich auch genauer erläutern, aber generell kann man sagen, dass ich einige neue Verantwortungen angenommen habe.

Das ist einer der feinen Unterschiede zu Deutschland. In deutschen Groß-Unternehmen herrscht noch sehr viel stärker eine Art Befehls-Struktur. Frei nach dem Motto: “Ich mache das, was mein Chef mir zu tun gibt.” Ein guter Mitarbeiter zeichnet sich in einer solchen Struktur dadurch aus, dass er dem Chef Bescheid sagt, wenn er nichts mehr zu tun hat.

Hier in England, zumindest in der Investment-Branche laeuft das Spiel ganz anders. Die Responsibilities, die in einer Job-Beschreibung stehen, sind nur ein Teil dessen, was von einem erwartet wird. Zusaetzlich wird erwartet, dass man selbststaendig und proaktiv Probleme angeht und Loesungen anbietet und durchfuehrt. Nur Probleme zu melden, davon aendert sich selten etwas.

Diese Selbststaendigkeit und die Guete der jeweiligen Problemloesungen wird durchaus erkannt (wenn man sie dem Chef dann kund tut) und entsprechend belohnt.

Natuerlich hat man so mehr Arbeit und entwickelt sich mit der Zeit auch zum Ansprechpartner vieler Kollegen, wenn es um sein spezielles Fachgebiet geht. Und es ist selbstverstaendlich mehr Arbeit. Nur so als Hausnummer: ich arbeite zur Zeit zwischen 12 und 14 Stunden am Tag. Da bleibt genug Freizeit, um morgens zu fruehstuecken und abends zu essen und zu schlafen.

Keine Angst, Leute. Das geht schon. Solange der Job Spaß macht, ist das alles nicht so das Problem. Aber ich habe mir auch vorgenommen, mindestens 2 Tage die Woche nicht mehr als 10 Stunden zu arbeiten :)

Luke faehrt U-Bahn und lernt Fluchen

November 17th, 2006

Heute morgen ging mal wieder das U-Bahn-Fahren schief.

Zuerst hat sich das darin geaeussert, dass die Tueren im 5-Sekunden-Takt auf und zu gingen. Als haetten sie vorne den Fahrer gegen einen kleinen Schimpansen ausgetauscht und der wuerde da jetzt froehlich auf den Knoepfen rumtipsen.

Nach ein paar Minuten kam dann eine Durchsage, dass der Zug leider wegen einer defekten Tuer nicht mehr weiterfahren koenne und deshalb ausgewechselt werden muesse. Wir mussten also alle aussteigen und auf den naechsten Zug warten.

Ich stand da also so und habe mir ueberlegt, dass ich sowas in Deutschland noch nie erlebt habe. Kein Wunder, bei so einem Zwischenfall wuerden in Deutschland alle Verantwortlichen Ingenieure und Fuehrungskraefte des Verkehrsunternehmens von vermummten Sicherheitskraeften des TUEVs in schwarzen Uniformen mitten in der Nacht aus ihren Betten geholt, in eine dunkle Gasse gezerrt und dort fuerchterlich verhauen. Gemein vielleicht, aber deshalb passiert sowas ja auch so selten.

Aber mein Tag wurde durch einen Englaender offensichtlich Amerikanischer Herkunft gerettet. Er sagte, und ich zitiere hier woertlich:

“God damn this London Transport, these morons are so stupid, they couldn’t organize a fuck in a whorehouse.”

Der Gute hat das laut genug gesagt, dass es 20 umstehende Passagiere hoeren konnten und alle haben sie ganz entsetzt geguckt. Ich war der Einzige, der gelacht hat. Er hat mich nur angeguckt und gelacht und alles war klar. Der Morgen war gerettet.

Luke kauft sich ein Haus oder Mathematik fuer Baenker

November 16th, 2006

Moin,

ich habe heute morgen in der U-Bahn die Entscheidung getroffen, ein Haus zu kaufen. Das mit der Miete ist einfach zu nervig. Und auf Dauer ist Eigentum eh besser.

Die Entscheidung wurde unterstuetzt durch eine Anzeige der Gemeinde Corby (liegt vor den Toren Londons), die mit guenstigen Hauspreisen warb. Seht selber:


Bei solchen Preisen muss man doch zuschlagen, oder ? 154% weniger als in London. Das ist echt ein Deal. Ich habe nur noch nicht ganz verstanden, was die Gemeinde Corby an den verschenkten Haeusern und dem verschenkten Geld verdient… Aber das ist mir momentan egal. Ich freue mich einfach zu sehr auf mein neues Haus.

Will einer von Euch auch eins ?

Beduerfniss-Anstalten oeffentlicher Natur

November 14th, 2006

Hi Leute…

So, um Euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten, gibt es anbei ein paar Fotos. Ich war am Wochenende mal wieder ein wenig in der Stadt unterwegs und habe einige interessante Sachen gesehen. Dazu spaeter mehr.

Aber einen ganz besonderen Leckerbissen kann ich Euch nicht vorenthalten. Die oeffentlichen Beduerfnis-Anstalten meiner neuen Heimatstadt. Die sind wirklich ein visueller Hochgenuss. Aus der gleichen Zeit wie die Londoner U-Bahn, mit dem gleichen Antiquitaeten-Flair und auch ungefaehr auf dem gleichen technischen Niveau. Aber was soll es ? Sie funktionieren.

Anbei also die Beweise.

No mobile for me…

October 26th, 2006

Ich bin heute fast rueckwaerts vom Stuhl gefallen. Ich hatte bei Carphonewarehouse vor ein paar Tagen einen Handyvertrag abgeschlossen. Man will ja nicht vollkommen abgenabelt durchs Leben schreiten, nicht wahr ?

Da die Jungs ueberall und dummdreist mit “next day delivery” werben, hatte ich heute (3 Tage nach meiner Bestellung) mal bei dem Verein angerufen und musste dann innerhalb der ersten 15 Sekunden des Telefonats einen mittelschweren Schock ertragen.

Callcenter Agent: Good morning, my name is Ann, welcome and thanks for calling Carphonewarehouse, how may I help you ?

Me: Hi Ann, my name is Luke, I wanted to inquire about the status of my order.

Callcenter Agent: fragt mich alle moeglichen persoenlichen Daten ab, um sicherzustellen, dass ich auch wirklich ich bin.

Me: Antwortet geduldig, bin ja schon gross.

Callcenter Agent: I am sorry, but your order has been cancelled.

Me: I did not cancel my order. Could you please tell me why this has happened ?

Callcenter Agent: Unfortunately your credit check has been declined by the network.

Me: …

Me: On what grounds did they decline my credit check. This is just a cell phone contract, 30 Sterling for 12 months, I can pay that much up front if it makes your company feel any safer.

Callcenter Agent: I am sorry Sir, but that would be against our policies.

Me: Could you at least tell me why they have declined my credit check, obviously I want to make sure that such a thing does not happen again.

Callcenter Agent: I cannot give you any information about this. The credit checks are performed by an independant credit rating agency.

Me: Could you please give me their number so I can call them myself. As you can imagine, I am, sorry to say that so bluntly, extremely pissed about the situation.

Sie hat mir die Nummer dann gegeben, die war vollkommen nutzlos. Wenn man da anruft, kann man erst mit jemandem reden, nachdem man die Nummer eines Credit Reports, den man selber in Auftrag gegeben hat, ueber die Tastatur eingibt. Ansonsten darf man mit der netten Dame von der Automatik reden, was sich als sehr einseitige Unterhaltung entpuppt.

Ich habe dann mal ein paar Kollegen gefragt. Die hatten das Spiel auch schon durch. Im Prinzip laeuft das ganze wie folgt: Die Rating Agentur guckt nur darauf, wie lange man im Land gelebt hat. Unter ca. 1 Jahr fliegt sofort raus. Einer meiner Kollegen hat drei Versuche gestartet und ist jedes Mal abgelehnt worden. Der andere konnte erst nach fast zwei Jahren einen Vertrag abschliessen.

Aber die Agentur macht sich halt leider nicht die Muehe, auslaendische Konsumentenkredit-Datenbanken anzuzapfen. Eine Anfrage bei der Schufa haette ja schon Klarheit gebracht, aber dazu muesste man Fremdsprachen-befaehigte Mitarbeiter haben und die gibts halt nicht fuer 3,50 Pfund die Stunde.

Naja, zeigt mal wieder, Effizienzsteigerung durch Outsourcing auf Teufel komm raus sorgt halt irgendwann zu einer ganz schlimmen Qualitaetssenkung. Bis man am Ende in seinem ureigenen Kerngeschaeft von der Performance seiner Lieferanten abhaengig ist und die weder beurteilen, geschweige denn beeinflussen kann.

Ich kaufe mir jedenfalls jetzt ein altes SEM52, da kommt so richtig Ackerschnacker-Atmosphaere auf. Fuer alle Wehrdienstverweigerer und Frauen hier der Link dazu (http://www.kpjung.de/sem52.htm). Gutes altes Handfunkgeraet der Bundeswehr. Nicht kaputt zu kriegen, immer einsatzbereit und wer hat schon sowas. Jetzt muss ich dem Ding nur noch SMS anzuechten.

Update, endlich mal…

October 25th, 2006

Guten Abend…

Ja ja ja, ich weiss. Ich habe mich lange nicht gemeldet. Nix gepostet, keinem geschrieben und alle Welt macht sich Sorgen um mich. Ich weiss. Ich werde Euch auch ganz schnell den Grund dazu sagen: Ich bin ein selbstsuechtiges, arrogantes Arschloch und kuemmere mich nur noch um meine Karriere und meinen naechsten Gehaltsscheck.



Na ? Ich gehe jede Wette ein, der eine oder die andere haben sich jetzt gesagt: “Naja, wenigstens gibt er es zu.”

Mann, Bloedsinn. Ganz einfach. Ich war zu Hause bis vor 2 Tagen offline und auf Arbeit habe ich einfach andere Sachen zu tun, als mein Blog zu giessen. Fertig. Achso, bevor einer von Euch Schlaumeiern auf die Idee kommt, mir was von Internet-Cafés zu erzaehlen. Ich lade Euch einfach mal ein, mich hier zu besuchen, wir gehen dann mal in ein beliebiges dieser Etablisments. Die sind so klein, eng, eklig und verkeimt, dass das selbst mir als alter Panzerbacke zu räudig ist. Und ausserdem, wenn man sich die Jungs da drin so anguckt, weiss man schon, wer als naechster auf Ausbildungscamp nach Pakistan fährt. Ernsthaft, ich wuerde mir gerne mal die Logfiles eines Tages in so nem Laden angucken. Aber wir schweifen ab.

Also, warum war ich so lange offline ? Kurze Antwort: Weil die Briten kein Personalausweiswesen haben. Die glauben einem nicht so einfach, dass man derjenige ist, der man vorgibt, zu sein. Deshalb macht jede Firma, die mit einem einen Liefervertrag eingeht, einen Credit Check. Die lassen dann eine externe Firma bestimmte Datenbanken der lokalen Regierung (Council), das Wahlregister, Daten Deiner Bank und von Kreditrating-Agenturen durchsuchen. Wenn die dann grünes Licht geben, gehts dann los mit der Lieferung.

Wenn man aber wie der Onkel Luke aus Good ol’ Germany kommt, dann steht man da nirgendwo drin und die Bank sagt denen, Oha, der Bruder ist erst seit 2 Monaten bei uns Kunde. Dann geht die Diskutiererei mit diesen Oberleuchten an. Meinereiner war anfangs kooperativ und zuvorkommend, hat denen eine Personalausweiskopie angeboten, auch den Reisepass, mit dem Hinweis, dass dies ein offizielles Dokument des Federal German Government ist, die fuer die Richtigkeit der Daten sorgen. Aber das waere ja zu einfach. Die wollten lieber Rechnungen sehen. Aus England. Hatte ich natuerlich nicht, ich habe ja die erste Zeit unbeschwert auf Bankkosten im Appartment gelebt. Das konnten sie gar nicht verstehen, wie jemand nach 2 Monaten hier denn noch keine Kreditkarten-Rechnung haben kann.

Irgendwann ist mir das zu bunt geworden und habe bei dem Verein angerufen und nach einiger Zeit dann dem Manager von dem Callcenter-Agenten gesagt, dass ich liebend gerne meiner Personalabteilung einen kurzen Abriss meiner Geschaeftsbeziehung mit seinem Provider geben wuerde mit der Bitte, diese zusammen mit einer Warnung an alle Neuankoemmlinge aus Uebersee (so nennen sie hier alle, die nicht von der Insel oder aus Irland kommen) zu uebergeben. Ausserdem habe ich ihm angeboten, seinen Namen in einem Brief an den Vorstand seiner Kabelgesellschaft zu erwaehnen. Nach dieser offensichtlich froehlichen Aussicht haben wir uns dann drauf geeinigt, dass ich ihm eine deutsche Kreditkarten-Rechnung schicke.

3 Tage spaeter hatte ich mein Equipment, 4 Tage spaeter war ich online.

Was lernen wir daraus ?

Wenn alles gemaess dem definierten Workflow geht, dann sind die Jungs hier sehr viel besser, als alles, was Deutschland an Service zu bieten hat. Aber wenn was nicht so laeuft, dann kann man nur den Kopf einziehen.

Ansonsten geht es mir blendend, ich werde das erste Mal in meinem Leben gemaess der Guete meiner Arbeit bezahlt und nicht nach meinem Alter. Was man an Faehigkeiten und Wissen zeigt, wird sofort genutzt und umgesetzt. Ich arbeite viel und hart. Nur mal so die Eckdaten fuer Euch: 10h - 13h am Tag, 5 Tage die Woche, wenn es eng wird, auch mal einen halben Samstag. Mittagspause gibts selten und gegessen wird am Schreibtisch. Das laeuft schon anders als im gemaechlichen Frankfurt. Diese Arbeitsleistung wird hier auch einfach erwartet.

Privat ist hier alles in trockenen Tuechern. Der Umzug von mir und meiner Mitbewohnerin ist gut gelaufen, die meisten Sachen im Haus sind gemacht und der normale Tagesablauf eingelebt. Das ist die Hauptsache.

Fotos und weitere Infos gibt es demnaechst, sobald Freizeit und Lichtverhaeltnisse es zulassen.